Fineliner Forever

blog_illustration_meinearbeitsutensilien.jpg

Zum Zeichnen brauche ich nicht viel. Habe ich mich einmal an ein überzeugendes Produkt gewöhnt, kaufe ich es immer wieder.

Wie mein Skizzenbuch, es ist stets das gleiche Modell von Hahnemühle. Das leichte Reiseskizzenheft im Format  A5 mit dem weichen braunen Umschlag passt in jede Tasche. Das finde ich praktisch, wenn ich schnell unterwegs etwas aufzeichnen will. Bleistifte verwischen darin zwar etwas, auch zuviel Wasserfarbe suppt auf die nächste Seite durch, aber es ist schließlich ein Skizzenbuch und keine Hochglanzmappe.

Zum Skizzieren benötige ich unbedingt meinen Tikky Druckbleistift. Ich mag den Namen Tikky so gerne – er erinnert mich an eine Bar in der Wiener Straße in Kreuzberg. Von diesem Stift habe ich gleich mehrere gekauft. Denn man weiß ja nie, wann sie aus dem Sortiment verschwinden. Die Mienenstärke des Druckbleistift ist HB, das reicht mir. Natürlich benutze ich auch gerne Radiergummis. Sie dürfen aber nicht schmieren.

Dann skizziere ich in meinem Skizzenbuch los. Dabei handelt es sich erst einmal um sehr lockere Bildkompositionen in einem bereits festgelegten Bildformat (z. B. ein Quadrat), hier tobe ich mich aus ohne auf Schönheit zu achten – was das auch immer sein mag.

Ist die Bildkomposition klar, zeichne ich einen Rahmen für das gewünschte Bildformat in meinen Zeichenblock. An Zeichenblöcken habe ich kaum Vorlieben. Wichtig ist mir nur, dass er sich beim Zeichnen gut anfühlt und die Stifte darauf nicht kratzen. Da stellen sich mir nämlich die Haare auf und es schüttelt mich. Eine ganz schlechte Voraussetzung beim Zeichnen von geraden Strichen. 

Die Skizze arbeite ich bis ins letzte Detail aus. Anschließend kommt meine Geheimwaffe zum Einsatz, ein großartiges Geschenk meines Mannes: eine LED-Leuchtplatte. Hier pause ich die Umrisse meiner Skizze durch. Über Leuchttische und -platten musste ich mir schon viel anhören. Es gibt Zeichner, die der Ansicht sind, dass  das Durchpausen verpönt sei und die Originalskizze auf das finale Bild gehört. Ich sehe das nicht so, mir erleichtert diese Leuchte mein Leben.

Dann kommen meine Schätze. Die Sakura Pigma Microns. Das sind Fineliner aus Japan, die endlich meinen Ansprüchen an einen Fineliner erfüllen. Sie fühlen sich fantastisch beim Zeichnen an und – YEAY! – sie sind wasserfest. Das ist super, wenn das fertig gezeichnete Bild mit Aquarellfarben koloriert werden soll  oder wenn ich ein Wasserglas über das Bild kippe. Das ist auch schon vorgekommen. Die Microns habe ich in drei verschiedenen Strichstärken: sehr fein für Objekte im Hintergrund, fein für Objekte im Vordergrund und dick, wenn es mal richtig schwarz werden soll. Mit dieser Technik verstärke ich die räumliche Tiefe des Bildes.

Schließlich erstelle ich die Illustration. Mit Strichen, Kreisen und Punkten verliere ich mich in der Abstraktion und verfalle in eine Art Meditation. Dann lebe ich in meinen Bildern.

Hach! Ich freue mich schon auf die nächste Reise.